Die gelebte Solidarität

Eine Gruppe des Dinglinger Hauses baut in Mera für Roma-Jugendliche eine Fahrradwerkstatt auf.

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Deutsche und Rumänen und ein gemeinsames Interesse: Fahrräder Foto: BZ


LAHR (BZ). Neun Jugendliche und vier Erwachsene aus dem evangelischen Kinder- und Jugendhilfezentrum im Dinglinger Haus sind im Rahmen des Projekts "Jugend in Aktion" zwei Wochen lang in dem rumänischen Dorf Mera zu Gast gewesen. Dort haben sie eine Fahrradwerkstatt ins Leben gerufen, die es im Dinglinger Haus schon seit 20 Jahren gibt.
Das kleine Straßendorf liegt versteckt in einem Seitental, etwa 15 Kilometer von Klausenburg entfernt. In dem Dorf leben etwa 1200 Menschen, darunter auch etwa 30 Roma-Familien, die von der Diakonie in Klausenburg in einem Mehrgenerationenhaus unterstützt werden. Etwa 60 Kinder und Jugendliche werden dort mit einem Mittagessen versorgt, erhalten Hilfestellung bei den Hausaufgaben und gestalten die Freizeit gemeinsam.

Um interkulturelle Lernerfahrungen zu machen, trafen sich die deutschen und rumänischen Jugendlichen täglich im Mehrgenerationenhaus, um sich über ihre sehr unterschiedlichen Lebenswelten auszutauschen, so der Pressebericht. So lernten die rumänischen Jugendlichen anhand von Fotos die Orte kennen, an denen die deutschen Jugendlichen wohnen, zur Schule oder zur Arbeit gehen, wie ihre Stadt aussieht und wo sie ihre Freizeit verbringen. Und weil die Lahrer auch Spätzle, Bergkäse und Schwarzwälder Schinken mitgebracht hatten, erfuhren die Rumänen auch etwas über die badische Küche. Im Gegenzug lernte die Gruppe des Dinglinger Hauses beim Mittagessen die rumänische Küche kennen, besuchte die Schule, erlebte Volkstanzvorführungen und lernte in vielfältiger Weise den Alltag der Menschen in Mera und ihre Gastfreundschaft kennen.

Die Lahrer hatten aber weitaus mehr als Spätzle und Speck nach Mera gebracht. Dank großzügiger Spenden der Firmen Radhaus Schulz, Ettenheim, Gnädig, Lahr, und der Firma Motorex und Pearl Izumi hatten sie zwölf neue Mountainbikes, drei BMX-Räder, Werkzeug für eine Radwerkstatt sowie Radpflegemittel und Radbekleidung im Gepäck.

In gemeinsamen Workshops ging es zunächst einmal um die Handhabung der Werkzeuge, dann wurden die Räder zusammengebaut, es gab eine Anleitung zu ihrer Pflege und Reparatur, und natürlich standen täglich ausgiebige Fahrten durch das Dorf und die Landschaft auf dem Programm. Ziel des Projekts ist es, die Räder in Kooperation von Mehrgenerationenhaus und der örtlichen Schule im Sportunterricht zu nutzen, die Mobilität der Jugendliche zu erhöhen und handwerkliche Grundkenntnisse zu vermitteln.

 

Originalartikel zu finden auf http://www.badische-zeitung.de/lahr/die-gelebte-solidaritaet--63043341.html

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